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Thema: Schulsysteme...

  1. #121
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    Standard AW: Schulsysteme...

    Zitat Zitat von Sk8er_Girl Beitrag anzeigen
    ich hab mal in einer Reportage von einem Jungen gehört, der in Bayern an der hessischen Grenze wohnt und in Hessen aufs Gymnasium geht, weil er in Bayern auf die Hauptschule müsste
    Das gibt es viel. Auch mit Thüringen. Kann ich absolut nicht nachvollziehen. Das ist wieder dieses typische "mein Kind muss unbedingt aufs Gymnasium, sonst gilt es als dumm und ich stehe da als hätte ich versagt"-Denken. Grauenvoll. Dafür lieber das Kind um 5Uhr morgens auf eine zweieinhalbstündige Schulweg-Odyssee schicken. Abgesehen davon, dass sowas viele Freundschaften kaputt macht, weil das Kind nie mit seinen bayerischen Freunden gemeinsam Ferien hat.

    Aber zum Thema "einheitliches Abitur": Ich glaube nicht, dass das umsetzbar ist. Bevor man an sowas denkt, muss erstmal angefangen werden, das Niveau von ganz unten (also klassenstufenmäßig) zu vereinheitlichen. Was bringt es, wenn es in ein, zwei Jahren ein bundesweites Zentralabitur gibt, die Schüler aber bis dahin nicht die "Lücken" (also zwischen den Bundesländern) auffüllen können, die sie seit der 5. Klasse gesammelt haben? Entweder ist der Stoff annähernd derselbe oder es gibt auch kein bundesweit gleiches Abitur.


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  2. #122
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    Standard AW: Schulsysteme...

    Die Frage ist, ob Kristins Beispiel im Zweifelsfall eher gegen das bayerische Schulsystem (weil es nur einem erlauchten und elitären Kreis das Recht zu höherer Bildung gewährt) oder aber gegen das hessische Schulsystem (weil es, etwas überspitzt gesagt, jeden Deppen durchwinkt) spricht
    Ansonsten hätte ich ehrlich gesagt schon Hemmungen, mein Kind auf eine Hauptschule zu schicken, wenn mir bewusst ist, dass es vielleicht sogar aufs Gymnasium gehören würde .... allerdings: Es kommt natürlich auch immer auf das Kind als solches an; also wie leicht oder wie schwer es auf dem Gymnasium voraussichtlich mitkommen würde, und nicht zuletzt auch, was es selber möchte und was es zu leisten bereit ist. Wenn es jetzt danach aussieht, dass die Gymnasiumsfähigkeit oder -unfähigkeit meines Kindes auf der Kippe steht, und ich sehen würde, dass es auf dem Gymnasium nur bestehen würde, wenn es den ganzen lieben langen Tag nichts als lernt und paukt, und wenn ich dann eigentlich auch noch merke, dass es dazu eigentlich überhaupt keine Lust hat ..... dann könnte ich mir schon vorstellen, dass ich sage "mach erst mal deinen Realschulabschluss, und wenn der gut wird, dann kannst du hinterher immer noch Abi machen"

    Zum länderübergreifenden Abi:
    Ich bin (wie Juli) auch kein Freund der Idee, ein solches Abitur jetzt Hals über Kopf
    einzuführen (wie ich übrigens generell kein Freund von irgendwelcher Herumexperimentiererei im Bildungsbereich bin); aber auf lange Sicht hin empfände ich die Idee eines bundeseinheitlichen Zentralabiturs schon als ein sehr wichtiges und erstebenswertes Ziel. Und die Argumentation bzgl. Sommerferien kann ich auch so gar nicht nachvollziehen: Was hat es bitte mit dem Ferienkalender der Klassen 1 bis 11 zu tun, zu welchem Zeitpunkt ein paar Abiturienten ihre Prüfungen schreiben? Wir hatten damals unsere Prüfungen auch allesamt Mitte Mai, da war für die anderen Kinder noch lange nicht an Sommerferien zu denken; und ich meine, selbst als wir dann Ende Juni unsere Abizeugnisse bekamen und somit ganz offiziell keine Schüler mehr waren, hatten alle anderen Kids noch keine Ferien ...... und vor den Prüfungen hatten wir Schule bis 28.4., in diese Zeit der Prüfungsvorbereitungen fielen tatsächlich nur noch die Osterferien, und wie ich mir sagen lassen habe, ist Ostern tatsächlich überall in Deutschland zur gleichen Zeit

    PS: Dass bei dem Gedanken an ein bundeseinheitliches Zentralabitur auch automatisch der Gedanke an bundeseinheitliche Lehrpläne und Lehrmittel von der ersten bis zur zwölften Klasse mitgedacht wird (oder werden sollte), ist hoffentlich klar
    Eines Tages, wenn alles endet, sich letzten Endes zum Guten wendet ....


    Ich kann euch spüren!

  3. #123
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    Standard AW: Schulsysteme...

    Zitat Zitat von Juli Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Sk8er_Girl Beitrag anzeigen
    ich hab mal in einer Reportage von einem Jungen gehört, der in Bayern an der hessischen Grenze wohnt und in Hessen aufs Gymnasium geht, weil er in Bayern auf die Hauptschule müsste
    Das gibt es viel. Auch mit Thüringen. Kann ich absolut nicht nachvollziehen. Das ist wieder dieses typische "mein Kind muss unbedingt aufs Gymnasium, sonst gilt es als dumm und ich stehe da als hätte ich versagt"-Denken. Grauenvoll. Dafür lieber das Kind um 5Uhr morgens auf eine zweieinhalbstündige Schulweg-Odyssee schicken. Abgesehen davon, dass sowas viele Freundschaften kaputt macht, weil das Kind nie mit seinen bayerischen Freunden gemeinsam Ferien hat.
    Dass ich diesen Standesdünkel-Mist sowieso ablehne, muss ich wohl nicht noch extra erwähnen

    Man kann ein Kind natürlich auch innerhalb eines Bundeslandes auf eine besonders tolle Schule schicken, wofür es extrem früh aufstehen muss. Hingegen kann es ja sein, dass man wirklich im letzten Ort vor der Landesgrenze wohnt und die Fahrtzeit gar nicht soviel länger ist als zur nächsten Schule im eigenen Bundesland (das Problem mit den verschiedenen Ferien besteht natürlich weiterhin).
    Also ich meine - ein vereinheitlichtes Schulsystem würde das Problem ja nur insofern schmälern, als dass das Kind entweder in Bayern und Hessen aufs Gymnasium darf oder nicht; aber den falschen Ehrgeiz der Eltern käme man damit auch nicht unbedingt bei.
    Aber abgesehen von der Sicht und Situation des Kindes ist es doch irre, welche Leistungsunterschiede beim Übergang in die Sekundarstufe zwischen den Bundesländern bestehen, total irre.
    Ohne vor allem das hessische Schulsystem jetzt näher zu kennen, finde ich ein Schulsystem, in dem eben nicht jedem das Abi hinterhergeschmissen wird, sehr viel besser als eines, wo "alle" Abi machen, das Niveau dort aber viel niedriger ist.
    Grausam find ich Bundesländer, wo die Eltern entscheiden, welche weiterführende Schule das Kind besucht. In Sachsen zB muss man mindestens einen Durchschnitt von 2,5 haben und darf somit höchstens in Mathe oder Deutsch eine 3 haben (wenn man also in Deutsch ne 1 hat und in Mathe ne 4, darf man nicht aufs Gymnasium) - außer diesem Notenschnitt entscheidet überhaupt nichts über die weiterführende Schule, und das ist auch gut so.
    Natürlich sind Noten sehr statisch, aber man muss sich doch auch mal ganz klar vor Augen führen, dass das Kind später immer noch aufs Gymnasium gehen kann und es wohl, wenn das auch nicht geht, auch ohne Abi ein erfülltes Leben führen kann. Da wird die Entscheidung manchmal wirklich extrem aufgebauscht....

    Naja und ich denke, mit gesundem Menschenverstand überlegt ist es klar, dass ein vereinheitlichtes Schulsystem von unten eingeführt werden muss und man nicht nur die Abschlussprüfungen gleichmacht. Sonst können sie das Projekt gleich wieder einstampfen, weil es den Wert von G8 hätte....
    alles hier erinnert
    aber nichts davon bleibt

  4. #124
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    In BaWü soll jetzt "testweise" das G9 wieder eingeführt werden. Was ist das anderes als das Zugeständnis, dass G8 scheiße ist?


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  5. #125
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    Die sollen lieber mal ihre Lehrpläne entrümpeln als gleich wieder die Rolle rückwärts zu machen
    alles hier erinnert
    aber nichts davon bleibt

  6. #126
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    Passend dazu eine kleine Anekdote eines Praktikumsbetreuers von mir, der aus Russland stammt:
    Seine Schwester und er besuchten dieselbe Schule, nur er nahm an einem Modellversuch teil, sodass auf seinem Zeugnis abschließend "Gymnasium" stand und nicht "Schule". Macht natürlich in Deutschland mächtig Eindruck. Seine Schwester konnte damit leider nicht dienen und steht somit schlechter da - obwohl sie im selben Gebäude von denselben Lehrern denselben Stoff unterrichtet bekam.

    Es ist also nicht nur ein Problem in Deutschland ^^


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  7. #127
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    Die Kultusministerkonferenz hat heute getagt und sich offenbar geeinigt, ab dem Jahr 2017 "bundesweit einheitliche Abiturstandards" (wohl um sich damit vor dem richtigen Zentralabitur zu drücken?) einzuführen:
    http://www.abendblatt.de/hamburg/art...eich-sein.html
    http://www.n-tv.de/politik/Abi-ab-20...le7511216.html
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  8. #128
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    Wird auch langsam Zeit...

  9. #129
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    Zitat Zitat von esiststeffen Beitrag anzeigen
    Die Kultusministerkonferenz hat heute getagt und sich offenbar geeinigt, ab dem Jahr 2017 "bundesweit einheitliche Abiturstandards" (wohl um sich damit vor dem richtigen Zentralabitur zu drücken?) einzuführen:
    http://www.abendblatt.de/hamburg/art...eich-sein.html
    http://www.n-tv.de/politik/Abi-ab-20...le7511216.html
    Dazu kann ich immernoch nur dasselbe sagen wie vor sieben Monaten:

    Zitat Zitat von Juli Beitrag anzeigen
    Aber zum Thema "einheitliches Abitur": Ich glaube nicht, dass das umsetzbar ist. Bevor man an sowas denkt, muss erstmal angefangen werden, das Niveau von ganz unten (also klassenstufenmäßig) zu vereinheitlichen. Was bringt es, wenn es in ein, zwei Jahren ein bundesweites Zentralabitur gibt, die Schüler aber bis dahin nicht die "Lücken" (also zwischen den Bundesländern) auffüllen können, die sie seit der 5. Klasse gesammelt haben? Entweder ist der Stoff annähernd derselbe oder es gibt auch kein bundesweit gleiches Abitur.
    Ob das jetzt ein offizielles Zentralabitur ist oder ob es nur "einheitliche Standards" sind, bleibt sich dabei gleich.


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  10. #130
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    Tja, öhm, ich weiß auch nicht so Recht, was ich dazu denken soll. Diese Vereinbarung da ist natürlich totaler Müll, wird aber von manchen Politikern ja so hochgelobt. Es gibt dann also sechs Bundesländer, die in vier Fächern für einen Schulabschluss Aufgaben mit ähnlichem Schwierigkeitsgrad haben - ja und???
    Aber wenn schon, dann rigoros am Input orientieren, überall gleiche Lehrpläne, Lehrbücher und gleiche Prüfungen natürlich am gleichen Tag und für alle Schulabschlüsse. Alles andre ist meiner Meinung nach nichts Halbes, nichts Ganzes...

    Abgesehen davon find ich diese Bildungs-Kleinstaaterei zwar irgendwie nervig, aber andererseits könnte man eine Anpassung ja auch erreichen, indem sich die schwachen Länder mal selber auf den Hosenboden setzen und sich verbessern. Also mit Hamburg& Schleswig-Holstein zusammen "vergleichbare" Aufgaben zu haben, stell ich mir für Sachsen schon sehr schwer vor...
    Vielleicht sollten sich andre Länder erstmal entscheiden, ob sie nun G8, G9 oder sonstwas haben wollen und zB Lehrpläne mit Gesetzeskraft entwerfen und so....
    alles hier erinnert
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