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Thema: Satire und Kabarett

  1. #1
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    Standard Satire und Kabarett

    Hier also dann doch mal der Thread dazu Er sollte dazu genutzt werden, bestimmte Formate zu besprechen, aber natürlich kann es auch um Grundlegendes gehen (es taucht ja in fast schon regelmäßigen Abständen die Frage auf: was darf Satire?).

    Um mich kurz zu fassen, beschränke ich mich zunächst mal weitestgehend auf die heute-show. Ich schaue sie schon ziemlich lang, fand sie anfangs super, aber irgendwie lässt sie immer mehr nach. Es wurde ziemlich viel dranrumgepfuscht und jetzt kommen immer mehr neue Sparten in der Sendung, die den alten aber niemals das Wasser reichen können.
    Beispielsweise fand ich es toll, als Gernot Hassknecht im Stil wie bei den Tagesthemen etwas kommentierte und dabei jedes Mal seinen Wutausbruch bekam. Natürlich war dabei nicht alles lustig, aber es war so ein beständiges Element, jetzt kommt das nur noch selten.
    Überhaupt ist der Nachrichtencharakter ziemlich zurückgedrängt worden, was der Sendung meiner Meinung nach nicht gut tut.

    Und wenn ich schließlich mal auf die gestrige Sendung eingehen soll:
    Hartmut Mehdorn wurde extrem gebasht, weil er angeblich nie etwas fertig bekommt. Nun, ich weiß nicht, was konkret er bei der Deutschen Bahn nicht fertiggestellt hat?! Das war zB ziemlich billig.

    Dann wurde (quasi als Wiederholung, das Thema wurde schon vor Monaten ausgewalzt) die Lage der Bundeswehr thematisiert. Also dass dort angeblich kaum was fliegt und dann wurde noch so ne slapstickartige Szene gezeigt, wo ein "Geschoss" nicht zündet, sondern sofort zu Boden fällt oder so - aber was ist daran bitte Satire? Das ist Klamauk.
    Von Satire erwarte ich, dass sie Andeutungen macht, dass sie Missstände auf humorige und bitteschön auch eher feinzüngige Weise vermittelt! Man könnte sich ja beispielsweise fragen, was damit bezweckt wird, wenn die Bundeswehr als marode dargestellt wird. Man könnte zur Sprache bringen, dass 10% des Bundeshaushalts 2015 für Krieg (in Neusprech: für die Verteidigung) ausgegeben werden sollen. Stattdessen wird so getan, als sei es einfach nur lustig, dass die Bundeswehr zum Teil kaputtes Equipement hat. Aber nein, paar Schenkelklopfer sind doch viiiiel besser!

    Und der bittere Schlusspunkt war dann die Berichterstattung über die Pegida. Wenn ich es mal mit "Die Anstalt" (die ich äußerst schätze und zugleich auch saulustig, also beinahe perfekt finde) vergleiche:
    -Anstalt: Claus von Wagner sagt, dass die Zahl der Muslime in Sachsen so gering ist, dass es doch völliger Quatsch ist, vor ihnen Angst zu haben. Er sagt aber auch, dass diese Menschen, die dort derzeit demonstrieren, einfach unzufrieden sind und Angst haben und sich allein gelassen fühlen. Er sagt, dass sie alles Recht dazu haben, sauer zu sein, aber doch bitte nicht auf die Flüchtlinge, diese armen Schweine, sondern (u.a.) auf unsre Politiker.
    -heute-show: mit irgendwelchen Beleidigungen verunglimpft Oli Welke sämtliche Pegida-Teilnehmer als Nazis und Rassisten und möchte ihnen das Wort und ihre "Sorgen" (inwiefern die berechtigt sind, kann man sicher diskutieren) verbieten. Das alles verpackt er in einen belehrenden Vortrag.
    Ganz ekelhaft wird es aber zum Schluss, als die heute-show die Pediga-Demonstranten mit ALLEN Ostdeutschen gleichsetzt. Sie alle seien rassistische, asoziale, dumme Nazis, die die Fresse halten sollen (ich sag es mal so drastisch, denn ganz genau so kam es bei mir an).

    Genau das wurde auf der fb-Seite der heute-show viel diskutiert; manche haben dagegen eingewendet, dass das doch Satire sei und man eben der Pegida den Spiegel vorhalte (indem man also alle Ossis über einen Kamm schert). Ich finde eher: wer selber pauschal draufhaut und sich keiner ernsthaften, differenzierten Diskussion/ Berichterstattung öffnet, der braucht sich gar nicht über die Pegida aufregen und ist selber nicht besser.
    Wie gesagt, für mich besteht Satire eher in Andeutungen, in Feinsinnigkeit, in Abstrusitäten (sofern es dieses Wort gibt), ...wenn ich zB die Postillon-Meldungen sehe, dann brauche ich meist dafür ein Hintergrundwissen und mir wird nicht irgendein Kalauer auf dem Silbertablett präsentiert.

    Jedenfalls: die heute-show verkommt meiner Meinung nach immer mehr zu einer Sendung mit Stammtischparolen. Vieles ist einfach platter, undifferenzierter Klamauk, der jeglichen Feinsinn und jegliche Satire vermissen lässt. Manchmal gibt es noch Sternstunden, Birte Schneider find ich zB gut oder auch Dennis Knossalla
    Aber vielleicht sollte man eine Sendung mit einer "Tina Hausten" oder einer Carolin Kebekus auch gar nicht mehr schauen? Jedenfalls gehört die heute-show schon zu meinem Freitagabend und ich kann mir nicht vorstellen, einfach abzuschalten, aber irgendwie geht es echt bergab...

    (Nachtrag zur Pegida: ich sage und finde nicht, dass das alles arme, arme, ungefährliche Leute sind, die einfach [berechtigte] Angst haben. Aber ich finde es auch falsch, all diese Leute als Rassisten und Nazis zu verunglimpfen und ihnen völlig das Wort abzuschneiden. Ich glaube, wir brauchen in unsrer Gesellschaft vor allem einen offenen Dialog, ohne dass einer sofort einen Stempel aufgedrückt bekommt, sodass er sogleich unten durch ist. Aber das nur am Rande, die Pegida war ja nur das aktuelle Beispiel zur Satire )
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  2. #2
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    Standard AW: Satire und Kabarett

    Also ich kann ja leider nur zur heute-Show etwas sagen; ich weiß gar nicht, seit wann ich sie schaue, aber so ca. vier Jahre dürften es mittlerweile auch (mindestens) schon sein? Anfang 2011 war ja die Geschichte mit Guttenberg, da war ich schon dabei
    (die "alte" Anstalt hatte ich zwar ein paar wenige Male gesehen, die neue aber tatsächlich noch nie ....)


    Na jedenfalls weiß ich nicht, ob die Show nun kontinuierlich abbaut; ich finde, es gibt eher so gleichermaßen Höhen und Tiefen. Ganz großartig fand ich z.B. vor ein paar Wochen diese eine Sendung, wo u.a. Serdar Somuncu zur Debatte um Dieter Nuhr gesprochen hat – bis zu dem Punkt, als es dann auf einmal um die Wahl in Thüringen ging und "Mandy Hausten" mit Lockenperücke und sächsischem Akzent auftrat. In dem Moment hab ich mich, um ehrlich zu sein, schon so ein bisschen gefühlt wie ein Salafist, wenn er Dieter Nuhr sieht ....
    Was die jüngste Folge angeht, seh ich das aber auch so ein bisschen wie du ..... also das war mir wirklich zu sehr "Pegida = doofe Ossis", das hätte echt nicht sein müssen (joa, es mag schon sein, dass Pegida im Osten erfunden wurde; aber es scheint ja z.B. auch in Städten wie Düsseldorf oder sogar Frankfurt nicht wenig Zulauf zu finden ..... )


    Was ich eben bei der ganzen Sache immer so ein bisschen vermisse (und zwar nicht nur bei Satire, sondern in ernsthaften politischen Diskussionen genauso, und da vielleicht erst recht ), ist die Fähigkeit und die Bereitschaft zur (Selbst-)Reflexion und zur Differenzierung. Wenn z.B. ein Dieter Nuhr sich über Islamismus äußert, dann fühlt sich da schnell mal der eine oder andere bestätigt, der sich von der Moschee in seinem Viertel schon lange belästigt fühlt (weil eben für ihn "Islam" und "Islamismus" dasselbe sind). Ich hab z.B. den Nuhr-Beitrag in der ARD-"Toleranzwoche" gesehen (zumindest ausschnittsweise) und fand da ganz vernünftig, was er gesagt hat. Aber trotzdem sehen in ihm manche den bösen islamfeindlichen Hetzer, manch andere den Mutigen, der doch nur ausspricht, was in diesem Land schon lange einmal gesagt werden sollte (nämlich "Islam = pfui"). Ob er selber nun wirklich was dafür kann, will und kann ich nicht beurteilen; aber ob man sich als Satiriker nun zu bestimmten Themen gar nicht mehr äußern sollte, nur weil Leute aus der falschen Ecke einen (bewusst? unbewusst?) falsch verstehen könnten?
    (Auf jeden Fall ist es immer ein schmaler Grat; und ich finde schon, man sollte behutsam abwägen, ob man für das, was man sagt, im Zweifelsfall nicht auch Beifall aus einer ganz falschen Ecke bekommen könnte .... aber selbstverständlich darf und soll man alle gesellschaftlichen Gruppen in irgendeiner Form kritisieren dürfen, wenn man diese kritikwürdig findet; zu klären wäre dann höchstens das Wie, aber nicht das Ob)


    Allerdings finde ich auch: Ich würde mir eine politische Satire wünschen, die zwar Missstände aufzeigt – aber ich mag es nicht besonders, wenn das politische Kabarett sich als die höhere moralische Instanz aufspielt; als eine Institution, die mehr als der Durchschnittsdeutsche, vor allem aber auch mehr als die Politiker und die seriösen „Mainstreammedien“ verstanden haben, wie die Welt funktioniert und wie sie funktionieren sollte. Das war ein Eindruck, den z.B. Dieter Hildebrandt & Co. früher immer so ein bisschen vermittelt haben, und den auch die Anstalt (nach dem was ich selber von ihr gesehen habe, aber auch nach dem, was du, Kristin, immer so von ihr erzählst ^^) manchmal ein wenig auszustrahlen scheint. Ich bin nun mal ein Mensch, der es nicht so gerne mag, wenn er von oben herab belehrt wird; ich glaube sogar, dass kaum ein Mensch das besonders gerne mag. Und wenn jemand freitagabends seinen Start ins Wochenende mit der heute-Show zelebriert, ist halt immer die Frage: Wie sehr will der wirklich mit erhobenem Zeigefinger belehrt werden, wie sehr wünscht der sich wirklich, dass man ihm erklärt, wie schlimm die Welt doch wirklich ist und wie sehr wir doch von Politikern und Medien und Organisationen und Privatwirtschaft nur verarscht werden – oder wünscht der sich nicht vielleicht doch auch einfach nur ein wenig Unterhaltung, die ihn vielleicht auch mal zum Selberdenken anregt?



    Zum Thema Pegida hab ich jetzt ewig an einem eigenen Absatz rumgedoktert; bin mir aber auch nicht sicher, ob das hier in diesem Thread nicht doch zu weit führen würde. Aber da mich das Thema ja in letzter Zeit eh schon so ein bisschen umtreibt, bin ich sowieso am Überlegen, das vielleicht mal noch in einen eigenen Thread zu packen – aber mal schauen .....
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  3. #3
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    Standard AW: Satire und Kabarett

    Ich sage ja auch, dass es nach wie vor in der heute-show Sternstunden gibt und Serdar Somuncu ist sicherlich eine der besseren Neuerungen. Vor kurzem, als es um Ebola ging, setzte auch Gernot Hassknecht mal wieder zu einer seiner Hassreden auf die Pharmaindustrie an, das war gut.
    Aber weil du grad Gutenberg erwähnt hast, zu damaligen Zeiten habe ich den Freitagabend in der Hinsicht fast schon ersehnt, weil ich wissen wollte, wie er (also als Beispiel) durch den Kakao gezogen wird. Aber heute ist eben so ne Gewohnheit geworden und es ist nicht mehr der Gedanke da "Wie werden sie wohl das Thema genial aufarbeiten?"
    Deshalb finde ich schon, dass es tendenziell eher bergab geht, weil es belangloser wird und es leider oft genug nur so ein Haudrauf-Humor ist, der genauso Stammtischparolen raushaut wie diejenigen, die die heute-show kritisiert.
    Ich hab auch am Sonnabend eine Rezension gelesen, die ähnliches bescheinigte und da wurde das in Zusammenhang damit gebracht, dass sie ja mittlerweile schon x Preise abgestaubt haben und sich dann eine gewisse Betriebslahmheit einstellt. Weiß nicht, wieviel da dran ist.

    Jedenfalls finde ich, ist eben genau das das Gute an der Anstalt, da werden (meist eher subtil) Dinge genannt, aber nicht großartig gewertet. Man muss (oder kann) schon selber denken und sich seine eigene Meinung bilden.
    Natürlich ist das dort nicht immer der Fall und natürlich ist es im Gegenzug auch oft genug in der heute-show der Fall; aber auch das von dir angesprochene Ossi-Bashing im Zuge der Thüringen-Wahl war unterste Schublade und da es wie gesagt ein Wiederholungsfall ist, sehe ich es langsam als volle Absicht.
    Genauso werden ja auch Bayern gerne mal als hinterwäldlerische, allesamt inzestgezeugte CSU-Wähler dargestellt, auch das find ich sehr daneben. Tendenziell wird mir einfach zuviel "Meinungsmache" betrieben bzw. proklamiert, wer in Deutschland eine Meinung vertreten darf und wer nicht...und genau das finde ich ja eben so belehrend.
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  4. #4
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    Standard AW: Satire und Kabarett

    Zum Thema Charlie Hebdo hier mal noch ein paar Worte von mir, die hier vielleicht passender und zielführender sind als im Rassismus-Thread


    Nach so einer Tat kommt ja notgedrungen auch wieder die Frage auf, was die Satire darf und was nicht. Ich weiß wenig über die sonstigen Inhalte der Zeitschrift (weiß nicht, ob du, Kristin, dich schon irgendwann mal ein bisschen mit ihr befasst hast?); aber nach dem, was so zu lesen war, war/ist sie ja nicht spezifisch islamfeindlich, sondern nach eigenem Verständnis konsequent "links" und zieht grundsätzlich alle religiösen Gruppen durch den Kakao, wozu sie auch gern mal die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet (im TV war zu hören, die Zeitschrift sei 14x oder 15x von der katholischen Kirche verklagt worden; ob das stimmt, weiß ich nicht). Aber trotzdem: Ich bin mir nicht so sicher, ob "Je suis Charlie" und "Jetzt erst recht" (also nach dem Motto: Jetzt drucken wir erst recht alle Mohammedkarikaturen) wirklich die angemessensten Reaktionen sind. Auf alle Fälle war das tatsächlich nicht mein erster Gedanke, als ich von dem Anschlag gehört hab. Mir persönlich wäre es nach so einem Ereignis am wichtigsten, dass eine Gesellschaft dadurch zusammenwächst, statt sich zu spalten. Was allerdings nichts daran ändert, dass ich einen Gedanken à la "aber die haben doch auch oft genug menschenverachtende Scheiße gedruckt!" seinerseits für ziemlich zynisch halte. Unterbewusst schwingt da für mich doch immer so ein bisschen der Gedanke "hmm, dann ist es ja vielleicht auch nicht gaaanz so schlimm, dass die alle tot sind" mit


    Der Zufall will es, dass gerade heute der 125. Geburtstag von Kurt Tucholsky ist, dem wir die Aussage verdanken, dass die Satire "alles" dürfe. Ob er damit Recht hatte oder nicht: Ich kann und will es wirklich nicht beurteilen. Aber gerade jetzt gilt umso mehr, was ich schon vorher hier im Thread geschrieben habe: Man muss immer versuchen, die richtige Balance, den richtigen Tonfall zu finden. Man muss behutsam abwägen und differenzieren


    Zum Abschluss noch zwei Statements, die ich persönlich ganz gut fand:
    - Tim Wolff (Chefredakteur der Titanic): http://www.titanic-magazin.de/news/e...der-witz-7003/
    Dahinter steckt keine wertvolle Aussage, es nimmt schlicht für einen Moment dem Ernst die Macht.

    Und das dürfte der Grund sein, weswegen Fanatiker, speziell religiöse, Komik verachten. Sie vertreten eine todernste, einzige ewige Wahrheit, und der Witz – egal wie klug oder lustig er im Einzelfalle sein mag – bedroht diese Wahrheit. Religion (und so manch andere Weltanschauung) ist Wahnsinn im Kleide der Rationalität, Satire und Komik Rationalität im Kleide des Wahnsinns. Das eine muß das andere mißverstehen. Deshalb werden Vertreter des heiligen Ernstes der Komik stets mit Zorn begegnen. Und es ist ihr gutes Recht. Solange sie dies mit denselben Waffen wie Satiriker tun: mit Wort und Bild. Und nicht mit Maschinenpistolen.
    - Joscha Sauer: https://www.facebook.com/NICHTLUSTIG...e=1&permPage=1
    Daher lasst uns bitte zeigen, dass wir so viel besser sind als solche hasserfüllten Idioten. Versucht bitte nicht zu hassen und keine Angst zu haben. Vor nichts und niemandem.
    Es gibt so großartige Menschen. Überall. Daher behandelt Euch bitte alle mit Respekt, auch wenn Ihr nicht immer einer Meinung seid. Auch in den Kommentaren hier.
    Fühlt Euch alle gedrückt!
    (genau das war für mich das Berührendste, was ich zu dem Thema überhaupt gelesen hab .... das Bild dazu war übrigens die Titelseite von Charlie Hebdo, als vor ein paar Jahren dort schon mal ein Brandanschlag verübt wurde; die Titelzeile lautet: "Die Liebe – stärker als der Hass")


    Joa, und ansonsten gilt das, was ich oben geschrieben hab, immer noch
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  5. #5
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    Standard AW: Satire und Kabarett

    (ja, ich schon wieder...

    Ok, unter der Prämisse, dass das dort wirklich so ablief, wie uns Glauben gemacht wird:

    Logisch ist Meinungs- und Pressefreiheit wichtig. Aber ich finde diesen Hashtag und die Profilbilder auf fb zB mit "JeSuisCharlie" auch dämlich, ganz ehrlich. Das ist auf einmal eine so krasse Solidaritätswelle, die ich gar nicht verstehe. Klar, es geht ja um Satire und Meinungsfreiheit allgemein, aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich vorher noch nie etwas von dieser Zeitung gehört habe ("Le canard enchaîné" kenn ich, also das wär für mich jetzt so die erste Nummer in Frankreich gewesen) und auf einmal wird einem suggeriert, dass wir alle Satire total lieben und natürlich auch speziell Charlie Hebdo kennen und schätzen.
    (Und gleichzeitig mit dieser massiven Solidaritätsbekundung und dem damit verbundenen Lobpreisen westlicher Werte will man Pegida zB absprechen, dass sie bei ihrer Veranstaltung am Montag mit „Trauerflor“ tragen...verrückte Welt.)

    Wie gesagt, ich persönlich mag Satire ja eh und erinnre mich bei der Diskussion hier grad zB an Dieter Nuhr, dem ja von islamischer Seite vorgeworfen wurde, ein Hassprediger zu sein und ich erinnre mich auch an Serdar Somuncus zugehörigen Beitrag in der heuteshow zur „Verletzung religiöser Gefühle“. Religionen haben natürlich kein Recht, besonders geschützt zu werden, Missstände und Kritik können und dürfen über Satire und über Karikaturen geäußert werden.
    Was ich jedoch wiederum dämlich finde: wenn jetzt extra Mohammed-Karikaturen gepostet (oder gedruckt) werden. Was hat das für einen Sinn? Das hat ja keinerlei aktuellen Bezug außer die Provokation von Muslimen wegen der Ermordung der Karikaturisten. Sowas muss dann auch nicht sein, finde ich. Satire sollte mit dem Finger auf Missstände oder auch einfach auf Skurilles zeigen, sie sollte enthüllen und dabei auch schonungslos sein, sie sollte auch niemanden aussparen, aber wenn sie rein dazu da ist, zu verspotten, dann ist es keine Satire mehr, finde ich.
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  6. #6
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    Standard AW: Satire und Kabarett

    http://fernsehkritik.tv/blog/2015/02...alscht-erneut/


    Hab die gestrige Ausgabe nicht gesehen, aber nachdem ich schon durch FB (?) drauf aufmerksam geworden bin, dass wieder mal "Mandy Hausten" auftrat, bin ich sowieso ein wenig unschlüssig, ob ich das noch nachholen möchte ....
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  7. #7
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    Standard AW: Satire und Kabarett

    Auweia...Freitagabend schaff ich es ja eh meistens nicht, sondern schlaf schon, aber bis vor ner Weile gehörte das echt zu meinem Sonnabend, in der Mediathek die heute-show zu gucken. Und jetzt...es ist echt nur noch abgrundtief schlecht und ein Trauerspiel.
    Die Passage mit Sebastian Puffpaff war gut, alles andre kann man in die Tonne treten. Entweder werden einem schrecklich belanglose Späßchen vorgeführt oder es wird so richtig ätzend. Grad das Ossi-Bashing hab ich so richtig satt, Mandy Hausten ist so dermaßen schrecklich, einfach nur zum K*tzen, ganz ehrlich. Und mit dem in dem von dir verlinkten "Sachverhalt" zeigen sie so richtig schön, dass ihr peinliches Wehren gegen den Vorwurf "Lügenpresse" einfach nur ein verzweifeltes Strampeln ist. Ganz gruslig.
    Vermutlich wird sich das jetzt bei mir so hinschleppen, dass ich sonnabends doch mal noch bei der heute-show reingucke, aber im Prinzip ist die Nummer bei mir durch, Lachen kann ich darüber schön länger nicht mehr, das Niveau ist am Boden.

    Hab ich eigentlich in diesem Thread schon mal erwähnt, wie unfassbar toll hingegen die Anstalt ist?
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  8. #8
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    Joa, also nachdem ich nun die Sendung auch gesehen habe ^^, kann ich das zum groooßen Teil so unterschreiben, manches war ganz ok (neben dem Puffpaff-Beitrag, der für mich auch das Highlight war, fällt mir z.B. grad jetzt in diesem Moment wieder das Nato-Thema ein, was auch nicht gaaanz schlecht war – also zumindest nicht nur nach dem Motto "bööööser Russe!! guuuuter Westen!", was man ja auch das eine oder andere Mal schon erleben musste) ..... tjoa, und bei der 'Mandy Hausten' ist halt das Problem, dass man der gar nicht zuhören will, sondern ihr die bescheuerte Perücke vom Kopf reißen, selbst wenn sie vielleicht auch mal was Vernünftiges sagen sollte ....
    (Zu der Kontroverse um die angebliche 'AfD-Wählerin': Ich möchte mal einfach noch annehmen, dass das in der heute-show-Redaktion im guten Glauben passiert ist und dass da einfach irgendein Praktikant geschlampt hat .... aber was solls )


    Zu deinem letzten Satz: Interessanterweise lese ich das heute in diesem Zusammenhang nicht zum ersten Mal, scheint also doch was dran zu sein ....
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  9. #9
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    Naja, was die NATO angeht: so wirklich viel kam da ja nicht. Das Russland-Bashing wurde zwar nicht auf die Spitze getrieben, aber es wurde in dem Kontext wieder erwähnt, wiiiiiiie marode doch die Bundeswehr ist. Honni soit qui mal y pense...
    Und dass Putin irgendwas eskalieren lässt, die Meinung hat die heute-show auch exklusiv. Naja, bis auf die andren "Mainstreammedien" halt auch...*hust*

    Wieso bitteschön sollte diese Manipulation ein Versehen eines Praktikanten sein? Es wurde wohl schon mindestens einmal sowas gemacht, und zwar mit Gauck (und ich bin nun wahrlich kein Fan von Gauck - aber Meinungen verdreht darstellen geht gaaar nicht, egal bei wem)
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  10. #10
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    Von Oliver Welke gibts nun auch noch ne ausführliche Stellungnahme auf Facebook: https://www.facebook.com/heuteshow/p...585986/?type=1


    Das mit dem 'Versehen' war so gemeint: Welke & Co. (oder überhaupt die wirklich Verantwortlichen für die Sendung) sichten die vielen hundert Stunden Fernsehmaterial ja nicht selber, sondern das werden irgendwelche unterbezahlten Hilfskräfte machen. Ob denen da nun irgendwas durch die Lappen gegangen ist oder die das mutwillig verändert haben, sei mal dahingestellt .... aber diejenigen, die daraus dann eine fertige Sendung zusammenstellen müssen, bleibt nix anderes übrig, als das zu verwenden, was sie haben. So muss es nicht gewesen sein, aber es kann
    (ein anderes Szenario, das jemand im Lenaforum beschrieben hat: vermutlich wird das Material in irgendeiner Datenbank gesammelt und verschlagwortet – in dem Fall halt mit "AfD", "NPD" und ggf. auch noch "Sachsen" –, und Monate später, wenn man denn mal entsprechendes Material braucht, startet man halt nen entsprechenden Suchlauf. Um es mit den Worten des Lenaforisten zu sagen: "Alles wird zusammengerührt und der ursprüngliche Kontext ist weg" – wie gesagt, es kann so gewesen sein, muss aber nicht )
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