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Thema: Robert Enke ist tot

  1. #21
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    Standard AW: Robert Enke ist tot

    Ja, traurig aber wahr, Kristin...

  2. #22
    Malibun
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    Standard AW: Robert Enke ist tot

    Zitat Zitat von andrea81 Beitrag anzeigen
    Heute sind es schon 3 Jahre. Und es ist einfach nur traurig. Nicht, weil der Tod, genauer gesagt, der Freitod, generell etwas trauriges ist; sondern weil ich gut nachvollziehen kann, wie verzweifelt man sein kann; ohne Lebensmut; immer mit dem Gedanken sterben zu wollen; ja, vllt. schon Pläne schmiedend in der Welt rumläuft, ohne dass die Nächsten etwas mitbekommen...

    Ich hab das Bedürfnis, irgendwas zu diesem Post zu schreiben. Andererseits würde alle was ich schreiben könnte, sich wie verlogene, hohle Phrasen, an die ich selbst nicht wirklich glaube, anhören.

  3. #23
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    Standard AW: Robert Enke ist tot

    Zitat Zitat von Sk8er_Girl Beitrag anzeigen
    Was ich aber auch schlimm finde, ist, dass sich im Prinzip nichts geändert hat. Weder daran, wie mit manchen Sportlern umgegangen wird noch generell mit dem Bewusstsein für Depressionen (find ich, ich weiß nicht, wie Betroffene das empfinden)
    Aber Hauptsache, wenn wieder mal einer springt, schnellen alle Kameras da hin und es gibt ein paar Tage Betroffenheitsgelaber.
    Ich würde mich zwar nicht unter die Kategorie "Betroffene" einordnen, aber ich würde ehrlich gesagt schon sagen, dass eine gewisse (!) Sensibilisierung gegenüber dem Thema Depressionen eingetreten ist, dass man also stärker, als man das zu Lebzeiten Robert Enkes getan hat, zusammenzuckt, wenn von dem Thema die Rede ist, und dass man auch generell häufiger als noch vor ein paar Jahren was zu diesem Thema in den Medien liest oder hört ..... oder ist das nur meine persönliche Wahrnehmung?

    (Auf jeden Fall gibt es gerade jetzt ein sehr aktuelles Beispiel: Vorhin hab ich so ein Stück weit "Sport im Osten" im MDR gesehen, und dort hieß es, dass der Stammtorwart von Regionalligist Lok Leipzig, Christopher Gäng, unter schweren Depressionen leidet und deshalb schon einige Spiele verpasst hat. Beim heutigen Heimspiel hatte der Ersatztorhüter das Trikot des erkrankten Kollegen in seinem Tornetz aufgehängt, und nach dem Spiel hat der MDR-Reporter auch noch mal den Trainer/Manager (?) des Vereins gefragt, wie es Christopher geht, denn das sei ja die Hauptsache )

    Jetzt ist es kurz nach 18 Uhr, ich glaub, so ungefähr um diese Zeit ist es an jenem Dienstag vor drei Jahren passiert .....
    Eines Tages, wenn alles endet, sich letzten Endes zum Guten wendet ....


    Ich kann euch spüren!

  4. #24
    Malibun
    Gast / Ehemaliges Mitglied

    Standard AW: Robert Enke ist tot

    Steffen, mein Gefühl sagt mir, dass es eher an deiner persönlichen Wahrnehmung liegt. Klar, hier im Forum oder bei privaten Unterhaltungen zwischen Forumsmitgliedern, war es schon mehr Thema als früher - das liegt aber meiner Meinung nach weniger an Robert Enke, als an den "Depri-Outings" von Usern. Daher kanns gut sein, dass es dir so vor kommt, als würde heute mehr darüber geredet.

    Was sich aufjedenfall nicht sonderlich geändert hat, ist das sehr begrenzte Angebot an professioneller Hilfe. Es wird immer so schön gesagt, wenn man depressiv ist und/oder Suizidgedanken hat, soll man sich Hilfe suchen. Been there, done that, und bin immer wieder weg geschickt oder schlecht behandelt worden, von Leuten, die eigentlich helfen sollten. Für ambulante Hilfe wartet man ewig und drei Tagen, falls man überhaupt jemanden findet, und stationäre Angebote sind ein Witz: Auf den geschlossenen Stationen werden die Menschen wie Viecher dritter Klasse behandelt, und auf den Offenen sucht man bei Sprüchen wie "Ja, dann bringen sie sich halt um, ist ihre Entscheidung. Warum sind sie überhaupt noch da?" die Menschenwürde manchmal auch mit der Lupe.
    Da geht es einem ohne "Hilfe" oft besser als mit. Von daher ist die Sensibilisierung der Gesellschaft aufjedenfall sehr wichtig, aber mindestens genauso wichtig wäre, dass endlich mal eine Sensibilierung der sogenannten "professionellen Helfer" statt fände.



    @Andrea
    Mir ist doch noch etwas eingefallen:
    Wenn man keine Gründe mehr findet, die fürs Leben stehen, dann kann es schon helfen nach Gründen die gegen Suizid sprechen zu suchen. Das können eigene Sachen sein, die man gerne noch machen würde (wie z.B. eine Asienreise oder eine Achterbahnfahrt oder heiraten usw.) oder der Gedanke an Angehörige&Freunde und an deren mögliche Trauer/Verzweiflung/Schuldgefühle.

  5. #25
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    Standard AW: Robert Enke ist tot

    Zitat Zitat von Malibun Beitrag anzeigen
    Was sich aufjedenfall nicht sonderlich geändert hat, ist das sehr begrenzte Angebot an professioneller Hilfe. Es wird immer so schön gesagt, wenn man depressiv ist und/oder Suizidgedanken hat, soll man sich Hilfe suchen. Been there, done that, und bin immer wieder weg geschickt oder schlecht behandelt worden, von Leuten, die eigentlich helfen sollten. Für ambulante Hilfe wartet man ewig und drei Tagen, falls man überhaupt jemanden findet, und stationäre Angebote sind ein Witz: Auf den geschlossenen Stationen werden die Menschen wie Viecher dritter Klasse behandelt, und auf den Offenen sucht man bei Sprüchen wie "Ja, dann bringen sie sich halt um, ist ihre Entscheidung. Warum sind sie überhaupt noch da?" die Menschenwürde manchmal auch mit der Lupe.
    mmmmh *drück*

    Zitat Zitat von Malibun Beitrag anzeigen
    Da geht es einem ohne "Hilfe" oft besser als mit. Von daher ist die Sensibilisierung der Gesellschaft aufjedenfall sehr wichtig, aber mindestens genauso wichtig wäre, dass endlich mal eine Sensibilierung der sogenannten "professionellen Helfer" statt fände.
    Wie du schon andeutest, sind das ja zwei verschiedene Dinge. Ersteres (die Sensibilisierung der Gesellschaft) kann und soll durch die Medien, durch Betroffene, auch durch jeden Einzelnen geleistet werden (in Enkes spezifischem Fall eben auch durch seine Angehörigen, durch seinen Verein, durch DFB/DFL und durch die von seiner Frau verwaltete Stiftung; nicht zuletzt aber auch durch Fans und Öffentlichkeit); was aber Zweiteres angeht (Sensbilisierung der Helfer, vor allem aber der Ausbau professioneller Hilfsangebote an sich), so können die genannten dabei wenig ausrichten, auch Medien oder DFB oder eine Stiftung nicht; sondern das ist eine Sache der Politik und ggf. der Krankenversicherungskonzerne. Ob sich in dem Bereich seit 2009 was geändert hat, kann ich natürlich nicht beurteilen (auch nicht, ob deine Erfahrungen im Vergleich zu anderen Erkrankten repräsentativ sind); ich weiß nur, dass ich, als ich 2008 mal in Erwägung zog, eine Therapie zu machen, das mir von Betroffenen geschilderte Hilfsangebotesystem als unerhört schwierig und abweisend empfand .... und dass das nicht so sein und nicht so bleiben kann, dem stimme ich ja auch absolut zu! Dass jeder, der psychologische Hilfe braucht, diese auch schnell und unkompliziert bekommen soll, ist mir sogar ein sehr wichtiges Anliegen!

    Was nun aber die beschriebene "Sensibilisierung der Gesellschaft" angeht, so finde ich schon, dass wir seit 2009 einen Schritt weiter sind, als wir damals waren. Klar haben die "Depri-Outings" einzelner Forummitglieder dazu beigetragen, aber ich bilde mir doch auch ein, dass nicht nur im Forum, sondern auch im Fernsehen heute öfter von Depressionen die Rede ist als früher (und vor allem, dass auch etwas häufiger von "Depressionen" die Rede ist und nicht mehr ganz so oft vom "Burn-out"). Und vielleicht war es ja gerade Enkes Tod, der den einen oder anderen Betroffenen dazu motiviert hat, offener mit seiner Krankheit umzugehen (nach dem Motto "So weit soll es bei mir nicht kommen!"). In den Medien hat man ja seitdem immer mal wieder von dem einen oder anderen Spieler oder auch Trainer gehört, der sich "geoutet" hat; siehe gerade jetzt den ganz aktuellen Fall aus Leipzig .... das hätte es wohl früher so nicht gegeben. Und auch was das Forum angeht, so hatte Maria ja damals auch geschrieben, dass Enke einer der Gründe war, das Thema Depressionen im Forum anzusprechen. Und auch wenn ich immer wieder betonen muss, dass meine Erfahrungen von 2008 (zum Glück) eher nicht mit dem vergleichbar sind, was "richtig" Erkrankte durchmachen müssen, so war doch dieser Thread zum Tod Enkes (als diese Phase in meinem Leben bereits der Geschichte angehörte) doch der erste Anlass, bei dem ich mich dazu entschloss, zumindest flüchtig im Forum darüber zu sprechen. Grundsätzlich ist meine persönliche Auffassung: Jeder Betroffene, der seit Enke motiviert wurde, offen über seine Erkrankung zu sprechen, und jeder Nichtbetroffene, der seitdem mehr über Depressionen gelernt hat und der gegenüber Erkrankung und Erkrankten mehr Mitgefühl und Verständnis mitbringt als vorher .... ist in meinen Augen, was die "Sensibilisierung der Gesellschaft" angeht, durchaus ein Fortschritt

    Zitat Zitat von Malibun Beitrag anzeigen
    @Andrea
    Mir ist doch noch etwas eingefallen:
    Wenn man keine Gründe mehr findet, die fürs Leben stehen, dann kann es schon helfen nach Gründen die gegen Suizid sprechen zu suchen. Das können eigene Sachen sein, die man gerne noch machen würde (wie z.B. eine Asienreise oder eine Achterbahnfahrt oder heiraten usw.) oder der Gedanke an Angehörige&Freunde und an deren mögliche Trauer/Verzweiflung/Schuldgefühle.


    So oder so wünsche ich euch und allen, die mit dieser und ähnlichen Krankheiten umgehen müssen (nicht nur als Betroffene, sondern auch als Freunde/Angehörige), ganz viel Kraft und Erfolg!
    Eines Tages, wenn alles endet, sich letzten Endes zum Guten wendet ....


    Ich kann euch spüren!

  6. #26
    Malibun
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    Standard AW: Robert Enke ist tot

    Ich hab nicht das Gefühl, dass sich in der Sensibilisierung der Menschen irgendwas geändert hat. Aber so sind die Wahrnehmungen halt unterschiedlich.
    Es hätte mich aber auch gewundert, wenn Robert Enke der Grund für eine größe (oder auch kleinere) Veränderungswelle wäre. Auch wenn sich das jetzt vielleicht pietätslos anhören mag: Jedes Jahr sterben so viele Menschen an Suizid, Robert Enke ist halt einer von ihnen. Wieso sollte sich dadurch plötzlich ne ganze Gesellschaft ändern? Menschen vergessen schnell, und eine einzelne Person vergessen sie besonders schnell.
    (Sorry falls sich das zu abgeklärt anhört. War in letzter Zeit fast ausschließlich von Menschen die meist mehrere Suizidversuche hinter sich haben, umgeben. Wahrsch ändert das die Sicht auf das ganze Suizidthema).

  7. #27
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    Standard AW: Robert Enke ist tot

    Das ist nicht pietätlos; du hast im Grunde Recht...!

  8. #28
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    Standard AW: Robert Enke ist tot

    Zitat Zitat von Malibun Beitrag anzeigen
    @Andrea
    Mir ist doch noch etwas eingefallen:
    Wenn man keine Gründe mehr findet, die fürs Leben stehen, dann kann es schon helfen nach Gründen die gegen Suizid sprechen zu suchen. Das können eigene Sachen sein, die man gerne noch machen würde (wie z.B. eine Asienreise oder eine Achterbahnfahrt oder heiraten usw.) oder der Gedanke an Angehörige&Freunde und an deren mögliche Trauer/Verzweiflung/Schuldgefühle.
    Genau so waren letztendlich meine Gedanken... Traurig, aber leider wahr...

  9. #29
    Mitglied im Juli-Fanclub Avatar von Sk8er_Girl
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    Standard AW: Robert Enke ist tot

    Die Sensibilisierung in der Gesellschaft besteht meiner Auffassung nach darin, dass man sagt "Oh, Depressionen. Davon kann man ja sterben, Enke und so. Also tun wir mal so, als wär das was Ernstes und gehen mit den Betroffenen halbwegs normal um, aber bloß nicht mehr als das...."
    Also dass man es vll nicht mehr so verteufelt, man sich aber im Grunde aus Hilflosigkeit auch zurückzieht/ sich nicht annäher von/ an Betroffene/n.
    Ich liebe dieses Leben.

  10. #30
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    Standard AW: Robert Enke ist tot

    Zitat Zitat von Malibun Beitrag anzeigen
    Was sich aufjedenfall nicht sonderlich geändert hat, ist das sehr begrenzte Angebot an professioneller Hilfe. Es wird immer so schön gesagt, wenn man depressiv ist und/oder Suizidgedanken hat, soll man sich Hilfe suchen. Been there, done that, und bin immer wieder weg geschickt oder schlecht behandelt worden, von Leuten, die eigentlich helfen sollten. Für ambulante Hilfe wartet man ewig und drei Tagen, falls man überhaupt jemanden findet, und stationäre Angebote sind ein Witz: Auf den geschlossenen Stationen werden die Menschen wie Viecher dritter Klasse behandelt, und auf den Offenen sucht man bei Sprüchen wie "Ja, dann bringen sie sich halt um, ist ihre Entscheidung. Warum sind sie überhaupt noch da?" die Menschenwürde manchmal auch mit der Lupe.
    Da geht es einem ohne "Hilfe" oft besser als mit. Von daher ist die Sensibilisierung der Gesellschaft aufjedenfall sehr wichtig, aber mindestens genauso wichtig wäre, dass endlich mal eine Sensibilierung der sogenannten "professionellen Helfer" statt fände.
    Genau das!! Ich habe letzte Woche das Telefonbuch durchtelefoniert und überall hieß es "Ja tut mir leid,ich habe momentan keinen Platz frei,rufen sie doch in 2Monaten noch einmal an" oder "Das tut mir leid,momentan bin ich voll,gegen die Schlafstörrungen kann man Ihnen ja was verschreiben,gehen Sie mal zu ihrem Hausarzt." Ja danke aber auch. Ich will ja die Ursache bekämpfen und nicht irgendwelche Pillen schlucken,die das ganze auf Dauer nicht besser machen.
    In der Schule trifft man auf Unverständlichkeit der Lehrer,die einem dann sogar noch Vorwürfe machen,dass man nicht funktioniert. Öffentliche Einrichtungen wie Schulen sollten was das Thema betrifft auch sensibilisiert werden meiner Meinung nach.
    Und da wird kein Selbstmord irgendeiner prominenten Person helfen...das muss durch die Gesellschaft passieren. Solange Depressionen aber mehr oder weniger ein Tabu-Thema sind,wird das nicht passieren.
    Niemand wird ein Superheld, wenn er ganz normal ist! Also sei anders... sei du selbst...

  11. Für diesen hilfreichen Beitrag von ChristinDoro dankt:

    andrea81 (13.11.2012)

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