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Thema: Feminismus/Geschlechterrollen

  1. #21
    Malibun
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    Standard AW: Feminismus/Geschlechterrollen

    Hab mir jetzt nicht nochmal den ganzen Thread durchgelesen, aber schon interessant, was die Mali von 2010 so über den Feminismus "wusste" (Spoiler-Alarm: Nicht so viel). Alles was ich in vorigen Posts mir gewünscht und gefordert hab, waren streng genommen alles feministische Forderungen. Und die Vorstellung, der Feminismus würde die Überlegenheit der Frauen wollen und würde Weiblichkeit generell kritisieren: Mythen und Vorurteile, die mit dem eigentlichen Feminismus überhaupt nichts zu tun haben.
    Alice Schwarzer find ich allerdings immer noch bescheuert, aber auch wenn sie immer am lautesten "hier" schreit, ist sie eigentlich überhaupt nicht represäntativ für den (modernen) Feminismus. Die meisten Feministen und Feministinnen können mit ihr nicht allzu viel anfangen (mag sein, dass sie in der Vergangenheit ein paar ganz gute Sachen erreicht hat und dass wir ihr das ein oder andere zu verdanken haben, ändert aber nichts da dran, dass es an ihr und ihren Ansichten sehr viel zu kritisieren gibt).

    Hab auf meinem Blog auch einen Text darüber geschrieben, wie ich zum Feminismus kam, und was Feminismus (für mich) eigentlich bedeutet. Möchte den Link nicht hier öffentlich posten, weils ja ein anonym-geschriebener Blog ist, aber ich kann euch den Link gerne per PN schicken. Inhalte von meinem Text können auch gerne hier diskutiert werden, nur bitte nicht mit längeren Zitaten.
    Kurz-Kurz-Fassung: Feminismus bedeutet nichts anderes als eine Bewegung für Gleichberechtigung** aller Geschlechter und aller sexuellen Orientierungen (und generell aller Menschen). Es geht auch um die Rechte von Männern und Trans* (auch wenn der Schwerpunkt ein bisschen mehr auf den Frauen liegt, da sie geschichtlich und teilweise noch heute einfach mehr Unterdrückung und Diskriminierung erlebt haben).


    ** Gleichberechtigung ist nicht gleich Gleich-machung ist nicht gleich Gleich-sein.

  2. #22
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    Standard AW: Feminismus/Geschlechterrollen

    Und wo siehst du konkret den Unterschied zwischen deiner Auffassung damals und der heutigen (abgesehen von deiner Meinung konkret zur Feminismus-Bewegung, also was diese nun zB ausmacht und von deinem Engagement)?
    Ich liebe dieses Leben.

  3. #23
    Malibun
    Gast / Ehemaliges Mitglied

    Standard AW: Feminismus/Geschlechterrollen

    Ein bisschen hab ichs ja schon im letzten Post angedeutet: Hauptsächlich hat sich meine Auffassung von dem was Feminismus eigentlich ist, geändert. Ich weiß jetzt, dass es beim Feminismus nicht über die Überlegenheit von Frauen geht oder dass man als Feministin auch nichts dagegen hat wenn sich Frauen gerne schminken oder sich die Tür aufhalten lassen. Sondern dass es um Gleichberechtigung und Entscheidungsfreiheit geht (also einfach gesagt dass jede/r für sich entscheiden kann, ob sie sich schminken möchte oder nicht. Gut schminken ist vielleicht ein schlechtes Beispiel, weils da schon relativ viel Entscheidungsfreiheit gibt, aber ihr wisst was ich meine).
    Inhaltlich hat sich nicht soo viel geändert, abgesehen davon, dass ich damals gedacht habe wir wären bereits gleichberechtigt und Feminismus wär nicht mehr notwendig (weiß gar nicht ob ich das damals auch so deutlich hier geschrieben hab). Mittlerweile weiß ich, dass das leider nicht stimmt.

    Mehr auch gerne in meinem Text

  4. #24
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    Standard AW: Feminismus/Geschlechterrollen

    Zitat Zitat von Malibun Beitrag anzeigen
    dass ich damals gedacht habe wir wären bereits gleichberechtigt und Feminismus wär nicht mehr notwendig (weiß gar nicht ob ich das damals auch so deutlich hier geschrieben hab). Mittlerweile weiß ich, dass das leider nicht stimmt.
    Und wo würdest du auf einer Skala von 0 bis 10 die bisher erreichte Gleichberechtigung einordnen? Wo fehlt sie noch?
    Und ich rede jetzt wirklich ausschließlich von gesetzlicher bzw. allgemein übergeordneter Ungleichberechtigung (zB unterschiedliche Verdienste für die gleiche Arbeit).
    Also hier bei mir darf jetzt schon jede Frau selber entscheiden, ob sie sich schminkt oder nicht
    Ich liebe dieses Leben.

  5. #25
    Malibun
    Gast / Ehemaliges Mitglied

    Standard AW: Feminismus/Geschlechterrollen

    Kann nicht so viel schreiben, weil mitm Handy ist tippen so schwierig.
    Was verstehst du unter allgemein übergeordneter Ungleichberechtigung?
    Hab ja dazu geschrieben dass das mit dem Schminken ein schlechtes Beispiel war

  6. #26
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    Standard AW: Feminismus/Geschlechterrollen

    Naja, ich meinte eben vorrangig die gesetzliche Ebene bzw. eben sowas wie Gehaltsunterschiede, die ja (für einen bestimmten Bereich,in einer bestimmten Firma zB) festgelegt sind (bzw. könnte man da ja wiederum mit einem einheitlichen Gesetz Abhilfe schaffen).
    Und ich mein eben nicht sowas wie Schminken, wo es ja kein Gesetz dazu gibt, sondern was jeder nach Ermessen macht (auch wenn sich manche vielleicht irgendeinem gesellschaftlichen Diktat unterworfen fühlen).
    Ich liebe dieses Leben.

  7. #27
    Malibun
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    Standard AW: Feminismus/Geschlechterrollen

    Finde man kann die Ungleichberechtigung nicht so gut in gesetzliche und ungesetzliche trennen bzw. eins von beiden priorisieren. Beim Feminismus gehts ja sowohl um juristische, politische als auch gesellschaftliche Ungleichberechtigung. Zähle deswgen jetzt auch mal Probleme aus allen drei Bereichen auf.
    Will nicht, dass das jetzt zu sehr nach einem Frauen vs. Männer Ding anhört (darum gehts ja im Feminismus auch gar nicht), werd daher jetzt nicht nur Ungleichberechtigung sondern auch generell feministische Schwerpunktthemen aufzählen:

    - Sexuelle Gewalt:
    - Victim-blaming (also Schuldzuweisungen ans Opfer) findet immer noch massiv sowohl in Gesellschaft, im persönlichen Umfeld der Betroffenen, bei Fachkräften (also Psychologen, Polizisten, Sozialarbeiter, Juristen usw.) und vor Gericht statt
    - Strafgesetz und Rechtssprechung: Ein sehr lesenswerter Artikel (hab ich vor ner Weile auch schon im Slutwalkthread gepostet) fasst einige der Schutzlücken im momentanen Strafrecht zusammen: http://www.brigitte.de/frauen/gesell...richt-1206630/
    - Vergewaltigungsmythen: Es herrscht kaum Aufklärung und Wissen in der Gesellschaft darüber, was sexuelle Gewalt/Vergewaltigung eigentlich ist. Einige Beispiele für Mythen: Kleidung trägt zu sexuellen Übergriffen bei, Männer und Prostituierte können nicht vergewaltigt werden, Der Täter ist meistens ein Fremder (Richtig: Bei über 80% der Fälle kennen Täter und Opfer sich bereits), sexuelle Gewalt passiert selten (Zahlen varriieren zwischen jede vierte bis siebte Frau ist betroffen plus eine mir nicht bekannte Anzahl an männlichen Opfern), es gibt viele Falschbeschuldigerinnen (Richtig: Es sind laut Studien und Statistiken gerade mal 3%) usw.

    - Sexuelle Belästigung: Offziell sind 58% aller Frauen betroffen (inoffziell würde ich eher auf 80%-90% tippen, auch wenn ich weiß dass das Forum hier dafür wahrscheinlich nicht so repräsentativ ist). Vielen Betroffenen passiert es täglich. Auch hier ist das Thema gesellschaftlich von victim-blaming und Mythen geprägt (von dem Fakt, dass sexuelle Belästigung gar kein eigener Straftatbestand ist sondern meistens unter Beleidigung verhandelt wird, gar nicht erst zu sprechen)

    - Slut-Shaming: Frauen werden für ihr Sexualverhalten beleidigt, diskriminiert und gemobbt (in manchen Fällen wie z.B. Amanda Todd sogar bis zum Suizid)

    - eineegende Geschlechterrollen bzw. Erwartungen an die Geschlechter: Ein richtiger Mann hat stark und bestimmend zu sein, Schwäche, Tränen oder irgendeine Form von weiblichen Verhalten wird oft nicht aktzeptiert ("Ein Indianer kennt kein Schmerz"). Eine Frau hat "nachgiebig und sanft" (na, wer erkennt das Zitat ), weich und sich unterordnend zu sein. Natürlich darf jede/r sich in- und außerhalb seinen Geschlechterrollen ausleben, wie er/sie möchte, aber es geht halt um freie Wahl und freie Entscheidungs-/Entfaltungsmöglichkeit

    - Gender Pay Gap: Eine Frau verdient bei gleicher Qualifikation und gleicher Arbeit immer noch signifikant weniger als ein Mann

    - Berufliche Aufstiegsmöglichkeiten: In den meisten Vorständen und leitenden Positionen muss man immer noch mit einer Lupe nach einer Frau suchen

    - Sexismus: Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung

    - Objektifizierung von Menschen (insbesondere bei Frauen sehr üblich)

    - und noch viel mehr

    Auch Themen beim Feminismus sind oft: Homophobie, Transprobie (und im weiteren Sinne jegliche Form von Diskriminierung wie z.B. auch Ableism oder Rassismus)

  8. #28
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    Standard AW: Feminismus/Geschlechterrollen


  9. #29
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    Standard AW: Feminismus/Geschlechterrollen

    Wenn es jetz also ne Talkshow gibt, in der es um Krieg geht und am Ende kommt raus, dass Krieg scheiße ist (was also eigentlich eh jeder weiß), dann schreit der Militärtyp, der da Gast war, auch "mimimi" und die Folge kommt in den Giftschrank? Den Militant-Feminismus haben doch die 1 oder 2 Gästinnen, die als deren Anwältinnen da waren, schon ganz allein ad absurdum geführt...
    Ich liebe dieses Leben.

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