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Thema: Olympische Sommerspiele 2016

  1. #11
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    Standard AW: Olympische Sommerspiele 2016

    Dienstag gabs ja wieder mal einen warmen Medaillenregen für Deutschland, darunter freu ich mich natürlich für Kristina Vogel (unsagbar sympathische Thüringerin ) und Fabian Hambüchen (bei dem ich auch immer denke, dass das doch grad erst gestern war, als er sich in Athen 2004 erstmals ins Rampenlicht geturnt hat und ich es Wahnsinn fand, dass ein Mensch in meinem Alter schon so erfolgreich bei Olympia mitmischen kann). Gestern gabs dann leider keine Goldmedaille für Deutschland, aber gleich heute früh gabs dann Gold für Kira Walkenhorst und Laura Ludwig im Beachvolleyball. Ich hab das sicher schon mal geschrieben, von Schulsport her war Volleyball immer meine Hasssportart hoch drei, aber grad daher find ichs klasse, was für eine coole und spannende Sportart das sein kann, wenn man anders als ich irgendeine Befähigung dazu hat


    Außerdem: Sowohl Männer als auch Frauen stehen für Deutschland im olympischen Fußballfinale. Gerade bei den Männern hätte das ja noch vor ein paar Wochen kaum einer sich vorstellen können ....
    Eines Tages, wenn alles endet, sich letzten Endes zum Guten wendet ....


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  2. #12
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    Standard AW: Olympische Sommerspiele 2016

    So, jetzt ist es also bald vorbei und mein persönlicher Eindruck hat sich bestätigt - der Funke ist nicht übergesprungen. Ich hab ja wirklich fast jeden Abend mal reingezappt, aber es hat mich einfach nicht packen können. Mag daran liegen, dass die "interessanteren" Wettkämpfe mitten in der Nacht kamen - von Leichtathletik hab ich zB so gut wie nix mitbekommen.
    Aber die deutschen Medaillenhoffnungen konnten auch nur zT zünden - Fabian Hambüchen mit dem iwie folgerichtigen, erwarteten Gold, okay, aber wenn ich da zB mal auf David Storl oder Christina Schwanitz schaue, oder auch Robert Harting...
    Logisch ist es immer so, dass manche, bei denen man mit Medaillen rechnet, die auch erreichen; andre, denen man es zutraut, verfehlen sie und dann gibts Überraschungssieger. Aber mein subjektives Empfinden ist halt wirklich, dass es bei vielen nicht geklappt hat

    Womit ich nicht sagen will, dass das das Wichtigste ist!!! Ich finde auch Leute wie Andreas Toba super, die für die Mannschaft weitergekämpft haben trotz Verletzung (bei einem deutschen Ringer war das ja glaub ich auch noch so).
    Vielmehr empfinde ich den Wettbewerb mittlerweile als - werhätteesgedacht - total kommerzialisiert, allein die groteske Hashtag-Nummer vorher war entlarvend.
    Ich hab vorhin für den Unterricht einen Ausdruck mit Schwimmen gesucht (also Französisch) und obwohl das 0 mit Olympia zu tun hatte, wurden mir als erstes olympische Schwimmergebnisse präsentiert.
    Hm, mir wäre es lieber gewesen, die Spiele wären nicht so omnipräsent, sondern vielmehr vom olympischen Gedanken beseelt

    Zum anderen aber auch die ständige Dopingdebatte bzw. dass so einige Athleten da mittlerweile offen rumätzen. Aber wie hieß es gestern auf JUMP so schön ironisch? "Was, Doping, nein, Russland ist doch nicht dabei!" Und so kommt es eben wirklich drauf an, wer im Medaillenspiegel oben steht, ob man ihnen Doping unterstellt oder ob es eine Nation ist, die über jeden Verdacht erhaben ist.
    (Nein, ich unterstelle den USA um Himmels Willen kein systematisches Doping! Es ist ja nur wirklich so, wenn da Russland oder China stünde, würde man da sofort ein "aber" dahinterstellen, bei den USA hingegen gäbe es wohl kaum ein kritisches Wort...und wie gesagt, ich kenn die Athleten nicht im Detail, es war also eine ganz allgemeine Betrachtung )

    Dann noch die Beschwerden über die Zuschauer (die ausbuhen etc.) bzw generell leere Zuschauerränge, die allgemeine Kostenfrage im Hinblick auf die Armut in Brasilien (was natürlich müßig ist, weil man das vorher wusste) und speziell für Deutschland noch der Unfalltod des Kanutrainers Stefan Henze.
    Wie gesagt, irgendwie waren es keine schönen, unbeschwerten, ja "interessanten" Spiele.

    Die eine Goldmedaille im Fußball hätten sie aber schon noch mitnehmen können, aber selber Schuld, wer es nicht à la Jogi macht und Dortmunder Spieler mitnimmt. Da ist Silber natürlich die gerechte Strafe.
    Aber sehr lustig auch: jetzt wird geschrieben, dass Brasilien halt "das glücklichere Ende" hatte. Ist ja auch so, aber warum wird das im Vereinssport so selten geschrieben, sondern da haben die Bayern natürlich voll überzeugend den Sieg heimgeholt?
    Geändert von Sk8er_Girl (21.08.2016 um 11:24 Uhr)
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  3. #13
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    Standard AW: Olympische Sommerspiele 2016

    Zitat Zitat von Sk8er_Girl Beitrag anzeigen
    So, jetzt ist es also bald vorbei und mein persönlicher Eindruck hat sich bestätigt - der Funke ist nicht übergesprungen. Ich hab ja wirklich fast jeden Abend mal reingezappt, aber es hat mich einfach nicht packen können. Mag daran liegen, dass die "interessanteren" Wettkämpfe mitten in der Nacht kamen - von Leichtathletik hab ich zB so gut wie nix mitbekommen.
    Aber die deutschen Medaillenhoffnungen konnten auch nur zT zünden - Fabian Hambüchen mit dem iwie folgerichtigen, erwarteten Gold, okay, aber wenn ich da zB mal auf David Storl oder Christina Schwanitz schaue, oder auch Robert Harting...
    Logisch ist es immer so, dass manche, bei denen man mit Medaillen rechnet, die auch erreichen; andre, denen man es zutraut, verfehlen sie und dann gibts Überraschungssieger. Aber mein subjektives Empfinden ist halt wirklich, dass es bei vielen nicht geklappt hat
    Also so ganz generell würd ich sagen: die besten, begeisterndsten Spiele waren (zu meinen Lebzeiten) Sydney 2000 und London 2012. Okay, Sydney konnte man vielleicht als schulpflichtiger Siebtklässler noch nicht sooooo mitverfolgen; aber London (und auch Peking) hatte ich damals tatsächlich seeeehr intensiv inhaliert .... und naja, ein bisschen ist es schon so, wie du schreibst: Diesmal plätscherte vieles so ein bisschen an einem vorbei, ohne dass es einen richtig mitriss. Übrigens war ich in Sachen London auch vorher schon viel mehr von Vorfreude beseelt als jetzt, warum auch immer

    Was bleibt aus deutscher Sicht? Natürlich wird man sich (oder werde ich mich ^^) an einige Olympiasiege auch in ein paar Jahren noch deutlicher erinnern als an andere, bzw. hat man bei denen vielleicht auch ein Stück weit noch mal ganz besonders mitgefiebert: Hambüchen, Vogel, Harting junior, die Beachvolleyballerinnen, die Fußballfrauen ..... und heute Nacht natürlich dann auch noch Speerwurfgold für Ostthüringen
    Insgesamt fällt die deutsche Bilanz aus meiner Sicht ein bisschen zwiespältig aus: Einerseits kann und muss man auch mal ganz deutlich betonen, dass sie 17x Gold geholt haben und damit in dieser Hinsicht so erfolgreich waren wie seit 20 (!) Jahren nicht mehr. Aber andererseits sind (einschließlich der Handballer) nun 42 Medaillen eher ein Zeichen dafür, dass man "in der Breite" nicht mehr ganz so gut aufgestellt wie noch vor einigen Jahren. Klar war vielfach auch einfach nur Pech dabei, wenn es eben in gar nicht so wenigen Wettbewerben dann doch nur zum vierten Platz gereicht hat. Aber ja, in der Tat seh ich auch in einigen Disziplinen noch Nachholbedarf. Damit will ich nicht nur beim Schwimmen oder in der Leichtathletik anfangen (natürlich stimmt es, dass viele deutsche Leichtathleten hinter ihren Erwartungen bzw. Vorleistungen zurückgeblieben sind; nicht nur Schwanitz oder Storl, sondern z.B. auch Raphael Holzdeppe oder die Speer- und Diskuswerferinnen .... ich wüsste übrigens zu gerne, was Weltmeisterin Katharina Molitor beim Anschauen des Speerwurffinales gedacht haben mag). Auch beispielsweise im Fechten, das früher immer eine deutsche Medaillenbank war, war diesmal aus deutscher Sicht nicht so wirklich viel los (fands übrigens auffällig, das diese Sportart, die aus London meiner Erinnerung nach sehr extensiv gezeigt wurde, im deutschen TV dann auch diesmal fast gar nicht stattfand). Für den Kanuslalom gilt dasselbe. Ebenso wäre im Judo vielleicht auch noch mehr drin gewesen. Am meisten überzeugt haben in Rio natürlich die deutschen Rennkanuten und auch die Sportschützen; gerade für diese ist es natürlich besonders gut, da sie außerhalb von Olympia sicher noch weniger als alle anderen irgendwo im Fokus einer medialen Öffentlichkeit stehen .... und auch auf Reiter oder Ruderer war größtenteils Verlass, wenn auch vielleicht noch mit einem kleinen Tick Luft nach oben. Aber trotzdem, wenn man sich anguckt, was andere Länder (selbst wenn wir mal nur die reichen, westlichen Länder betrachten) im Verhältnis zur Einwohnerzahl an Medaillen gewonnen haben (am auffälligsten natürlich die Briten; aber auch Australien, Niederlande, Kanada, Schweden oder noch deutlicher Dänemark oder Neuseeland), dann frag ich mich ja schon, was die wohl so alles richtig machen, was in Deutschland noch verbesserungswürdig wäre

    Zitat Zitat von Sk8er_Girl Beitrag anzeigen
    Womit ich nicht sagen will, dass das das Wichtigste ist!!! Ich finde auch Leute wie Andreas Toba super, die für die Mannschaft weitergekämpft haben trotz Verletzung (bei einem deutschen Ringer war das ja glaub ich auch noch so).
    Vielmehr empfinde ich den Wettbewerb mittlerweile als - werhätteesgedacht - total kommerzialisiert, allein die groteske Hashtag-Nummer vorher war entlarvend.
    Ich hab vorhin für den Unterricht einen Ausdruck mit Schwimmen gesucht (also Französisch) und obwohl das 0 mit Olympia zu tun hatte, wurden mir als erstes olympische Schwimmergebnisse präsentiert.
    Hm, mir wäre es lieber gewesen, die Spiele wären nicht so omnipräsent, sondern vielmehr vom olympischen Gedanken beseelt
    Hmmmm, Stichwort Toba: Ist halt immer ein bisschen die Frage, mit welcher Einstellung man an so einen Wettbewerb rangehen soll. Ich fand das während der Schwimmwettbewerbe recht auffällig, als kurz nacheinander zwei Finalläufe mit deutscher Beteiligung zu Ende gegangen waren und anschließend die Deutschen, die wohl beide mal wieder so Sechster oder Siebter geworden waren (ich weiß leider nicht mehr, wer und bei welchen Wettbewerben es genau war), vom deutschen TV interviewt wurden: Einer hat strahlend erzählt, wie super happy er ist, so ein Finale mitgemacht zu haben; der andere hat tatsächlich vor laufender Kamera geheult und gestand, insgeheim eine Medaille als festes Ziel gehabt zu haben. Auch über Thomas Röhler hieß es ja, er sei mit dem festen Vorsatz "Ich werde Olympiasieger!" nach Rio geflogen. Bei Hambüchen stell ich mir vor, dass es ähnlich war. Auf der anderen Seite gibts dann aber auch Beispiele wie den Zehnkämpfer Arthur Abele, über den es im TV-Kommentar hieß, er habe zu Hause am Wohnzimmertisch penibel durchgerechnet, wie schnell er laufen, wie hoch er springen, wie weit er den Speer werfen wolle etc., um eine Medaille zu holen – aber im Wettkampf abrufen konnte er dann keine dieser Leistungen auch nur ansatzweise. Was also ist demnach die bessere Einstellung: Gewinnen wollen um jeden Preis (oder zumindest so entschlossen und verbissen rangehen wie möglich); oder erst mal dabei sein, den Moment genießen und einfach mal gucken, was geht? Was ich damit sagen will: Zwischen Sieges- bzw. Einsatzwillen und übersteigerter Selbstüberschätzung kann es oft nur ein schmaler Grat sein. Grad bei Toba hab ich eben trotz allem irgendwo auch gedacht "hmm, hätte auch schiefgehen können". Oder gestern Lars Bender, der trotz Verletzung auch am liebsten auf dem Feld geblieben wäre; oder unsere Mountainbikerin (und dreifache Medaillengewinnerin) Sabine Spitz, die gegen den ausdrücklichen Rat ihrer Ärzte an den Start gegangen ist ....

    Zitat Zitat von Sk8er_Girl Beitrag anzeigen
    Zum anderen aber auch die ständige Dopingdebatte bzw. dass so einige Athleten da mittlerweile offen rumätzen. Aber wie hieß es gestern auf JUMP so schön ironisch? "Was, Doping, nein, Russland ist doch nicht dabei!" Und so kommt es eben wirklich drauf an, wer im Medaillenspiegel oben steht, ob man ihnen Doping unterstellt oder ob es eine Nation ist, die über jeden Verdacht erhaben ist.
    (Nein, ich unterstelle den USA um Himmels Willen kein systematisches Doping! Es ist ja nur wirklich so, wenn da Russland oder China stünde, würde man da sofort ein "aber" dahinterstellen, bei den USA hingegen gäbe es wohl kaum ein kritisches Wort...und wie gesagt, ich kenn die Athleten nicht im Detail, es war also eine ganz allgemeine Betrachtung )
    Wie schon mal in diesem Thread geschrieben: Ich versteh von dem Thema zu wenig, als dass ichs fundiert beurteilen könnte; aber mir als Laien erscheints schon manchmal ein biiiiiisschen wie eine Art Hexenjagd; und ich fand es eh auffällig, wie oft gerade im Ersten (dank Hajo Seppelt) über das Thema berichtet wurde; selbst das gestrige Wort zum Sonntag kurz vor dem Fußballfinale drehte sich wohl um das Thema, so dass man irgendwann schon dachte "aber ist jetzt nicht irgendwann auch mal gut?"
    Wie gesagt, ich kanns schwer beurteilen, ich weiß auch nicht, wie ichs finden würde, wenn man eines Tages einen Phelps oder Bolt als Dopingsünder überführen würde .... aber natürlich würd ich mir wünschen, dass das Thema bei künftigen Spielen nicht mehr gaaaanz so diese Rolle spielen möge

    Zitat Zitat von Sk8er_Girl Beitrag anzeigen
    Dann noch die Beschwerden über die Zuschauer (die ausbuhen etc.) bzw generell leere Zuschauerränge, die allgemeine Kostenfrage im Hinblick auf die Armut in Brasilien (was natürlich müßig ist, weil man das vorher wusste) und speziell für Deutschland noch der Unfalltod des Kanutrainers Stefan Henze.
    Wie gesagt, irgendwie waren es keine schönen, unbeschwerten, ja "interessanten" Spiele.
    Das eigentlich Tragische an Olympia bzw. olympischen Gastgeberstädten ist ja, dass gerade in den Städten/Ländern, die es sich noch am ehesten leisten könnten; wo die Gefahr am geringsten ist, dass da sehr viel Geld in irgendwelchen dubiosen Kanälen versickert; wo ohnehin schon genug olympiareife Sportstätten vorhanden sind und nicht erst auf der grünen Wiese neu gebaut werden müssen (oder wenn doch, dann auch nach den Spielen weiter ihren Zweck erfüllen und nicht langsam vor sich hinrotten); und wo auch einerseits genug Einheimische sich überhaupt ein Ticket für die Spiele leisten könnten und wo man andererseits auch für die internationalen Olympiafans in erreichbarer Entfernung liegt – dass in genau diesen Orten dann der Widerstand gegen Olympia vor der eigenen Haustür in der Regel am größten ist; oder richtiger: dass dieser Widerstand dann auch am ehesten die Möglichkeit hat, sich lautstark Gehör zu verschaffen. Als Beispiel will ich nur mal die Winterspiele 2022 nennen, dafür wollte sich ursprünglich Oslo bewerben; und davon war ich natürlich sofort begeistert, weil es auf der Welt wohl kaum eine Stadt gibt, die von ihren ganzen Voraussetzungen her geeigneter dafür wäre .... aber nein, irgendwann hat man in Oslo gesagt, die Bevölkerung will diese Spiele nicht, wir als Regierung rücken auch kein Geld dafür heraus; also gabs letzten Endes eine Abstimmung zwischen zwei Städten, in denen sich die traditionelle Wintersporthochburg Peking gegen Almaty durchgesetzt hat
    Nächstes Jahr werden dann die Sommerspiele 2024 vergeben; da ist Paris der aller Voraussicht nach aussichtsreichste Kandidat, und ich drück ihnen natürlich sehr die Daumen ..... und ja, natürlich hoff ich auch sehr darauf, irgendwann noch Olympia in Deutschland zu erleben, aber aus genau den genannten Gründen erscheint mir das eben leider recht unwahrscheinlich

    Zitat Zitat von Sk8er_Girl Beitrag anzeigen
    Die eine Goldmedaille im Fußball hätten sie aber schon noch mitnehmen können, aber selber Schuld, wer es nicht à la Jogi macht und Dortmunder Spieler mitnimmt. Da ist Silber natürlich die gerechte Strafe.
    Aber sehr lustig auch: jetzt wird geschrieben, dass Brasilien halt "das glücklichere Ende" hatte. Ist ja auch so, aber warum wird das im Vereinssport so selten geschrieben, sondern da haben die Bayern natürlich voll überzeugend den Sieg heimgeholt?
    Joa, Silber ist halt in so Turnierspielen immer die zweischneidigste Medaille. Einerseits hätte es ja vor den Spielen wohl wirklich kaum jemanden gegeben, der diesem zusammengewürfelten Team eine Medaille zugetraut hätte; aber andererseits kann es natürlich kaum einen tragischeren Spielausgang geben, als wenn elf Deutsche gegen 75011 Brasilianer im Elfmeterschießen verlieren
    Und ja, grad für Nils Petersen tuts mir besonders leid, dass nun ausgerechnet er zur tragischen Figur geworden ist ....
    Eines Tages, wenn alles endet, sich letzten Endes zum Guten wendet ....


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  4. #14
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    Standard AW: Olympische Sommerspiele 2016

    Naja ich hab mir halt generell so gedacht...vor 100 Jahren muss es für einen Athleten doch eine riiiiiiiiiiiiiiesen Sache gewesen sein, wenn er zu Olympia fahren bzw. wohl eher sogar fliegen durfte, weit weg, vielleicht so weit wie nie vorher und nie danach
    Damals zählte vielleicht auch noch viel mehr der Gedanke "Dabeisein ist alles", also dass sich tatsächlich Athleten aller Herren Länder trafen und sich gemessen haben.
    Und heute ist es eigentlich normal, dass sie mal hier, mal da zu Wettbewerben sind und dort die Weltelite treffen. Klar, den ein oder andren mag der olympische Gedanke noch beseelen, aber ich fürchte, vieles davon ist verloren gegangen.

    Was die Frage Ehrgeiz/ dabeisein ist alles angeht: also klar, man soll sich natürlich reinhängen da. Aber vor dem Hintergrund, dass ja nun mal nur einer Gold gewinnen kann, einer Silber& einer Bronze, muss man doch auch realistisch sein und nicht alles gleich schlecht reden Klar, du sprichst die Fechter an, da hast du zB völlig Recht, dass da iwie nichts mehr los war jetzt...
    In der pädagogischen Psychologie unterscheidet man ja Lernmotivation ("Ich will in der Schule was lernen!") und Leistungsmotivation ("Ich will Einsen und Zweien schreiben!"), das kann man hier vll auch so sehen - also wenn jemand nur antritt, um ne Medaille abzustauben, fänd ich das nicht so sympathisch, aber wenn jemand antritt, um ne gute Leistung abzuliefern (und dabei vll dann ne Medaille zu bekommen), wär das so mein Idealbild.
    Und was Andreas Toba angeht - wenn ich das richtig verstanden habe, hat er doch weitergeturnt, weil sonst alle andren deutschen Turner auch in dem Wettbewerb raus gewesen wären, oder?
    Leichtsinnig hingegen find ichs zB bei Sabine Spitz - das war ja kein Teamwettbewerb, oder? Und Lars Bender hätte ja vermutlich ausgewechselt werden können? Dann find ichs auch nicht so gut.

    Zum Doping:
    wie gesagt, mir fehlt da auch ein fundierter Einblick! Aber ich finde es eben bezeichnend, dass manche Nationen sofort unter Dopingverdacht gestellt werden, während es bei andren tabu ist. Das hat erstmal nix damit zu tun, wie die Situation dann wirklich ist. Aber wenn man nur mal einen einzigen Namen reinwirft - Lance Armstrong - merkt man, dass keine Nation über diesen Zweifel erhaben ist. Aber wie gesagt, zur Beurteilung "das sind Einzelfälle - das ist staatliches Doping" (oder zumindest so, dass alle Bescheid wissen und weggucken) fehlt auch mir die nötige Kenntnis
    Aber deinen Wunsch, dass es keine große Rolle mehr spielen möge, find ich schon...gewagt. Ich fürchte, das wird nichts mehr so schnell....

    Zur Frage, wo Olympia stattfindet/ stattfinden soll: tja, auch da fehlt mir ein wenig der Einblick, aber zumindest ist die Situation wohl nicht sooo zugespitzt wie bei der FIFA-EM/ WM-Vergabe. Trotzdem hab ich mich gefragt, wieso Brasilien zwei Jahre nach der WM auch noch die Olympischen Spiele ausrichtet (bzw deren größte Stadt)
    Aber ja, ist eben immer ein schmaler Grat. Aber aus meiner pragmatischen Sicht heraus tut es mir schon ein wenig Leid, wenn große Stadien hochgezogen werden, die dann nciht genutzt werden...wenn man sich hingegen unsre WM-Stadien anschaut, alle werden noch genutzt, jetzt sogar wieder alle (?) erstklassig.
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  5. #15
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    Zitat Zitat von Sk8er_Girl Beitrag anzeigen
    Naja ich hab mir halt generell so gedacht...vor 100 Jahren muss es für einen Athleten doch eine riiiiiiiiiiiiiiesen Sache gewesen sein, wenn er zu Olympia fahren bzw. wohl eher sogar fliegen durfte, weit weg, vielleicht so weit wie nie vorher und nie danach
    Damals zählte vielleicht auch noch viel mehr der Gedanke "Dabeisein ist alles", also dass sich tatsächlich Athleten aller Herren Länder trafen und sich gemessen haben.
    Und heute ist es eigentlich normal, dass sie mal hier, mal da zu Wettbewerben sind und dort die Weltelite treffen. Klar, den ein oder andren mag der olympische Gedanke noch beseelen, aber ich fürchte, vieles davon ist verloren gegangen.
    Naja, ich denke schon, dass es für Sportler auch heute noch das größte nur Denkbare ist, an Olympia teilzunehmen. Klar nehmen die heute alle an Wettkämpfen in aller Herren Länder teil; aber auch da haben sie ja meistens nicht dieses Flair wie bei Olympia, wo sie (also die meisten von ihnen) in einem olympischen Dorf mit zehntausend anderen Athleten aller möglichen Disziplinen aus der ganzen Welt zusammen leben, und wo die allermeisten natürlich auch seeeehr viel mehr im Fokus stehen als bei jedem ihrer Wettkämpfe in den vier Jahren davor oder danach. Vor diesem Hintergrund bin ich z.B. auch in gewisser Weise beeindruckt von einer Angelique Kerber, die z.B. immer wieder ausdrücklich betonte, dass sie uuuuuunbedingt bei Olympia dabei sein und im Olympischen Dorf leben wollte, obwohl sie das von ihrer Sportart her sicherlich weniger nötig hatte als so ziemlich alle anderen deutschen Teilnehmer, weder aus sportlicher noch aus finanzieller Sicht

    Zitat Zitat von Sk8er_Girl Beitrag anzeigen
    Was die Frage Ehrgeiz/ dabeisein ist alles angeht: also klar, man soll sich natürlich reinhängen da. Aber vor dem Hintergrund, dass ja nun mal nur einer Gold gewinnen kann, einer Silber& einer Bronze, muss man doch auch realistisch sein und nicht alles gleich schlecht reden Klar, du sprichst die Fechter an, da hast du zB völlig Recht, dass da iwie nichts mehr los war jetzt...
    In der pädagogischen Psychologie unterscheidet man ja Lernmotivation ("Ich will in der Schule was lernen!") und Leistungsmotivation ("Ich will Einsen und Zweien schreiben!"), das kann man hier vll auch so sehen - also wenn jemand nur antritt, um ne Medaille abzustauben, fänd ich das nicht so sympathisch, aber wenn jemand antritt, um ne gute Leistung abzuliefern (und dabei vll dann ne Medaille zu bekommen), wär das so mein Idealbild.
    Und was Andreas Toba angeht - wenn ich das richtig verstanden habe, hat er doch weitergeturnt, weil sonst alle andren deutschen Turner auch in dem Wettbewerb raus gewesen wären, oder?
    Leichtsinnig hingegen find ichs zB bei Sabine Spitz - das war ja kein Teamwettbewerb, oder? Und Lars Bender hätte ja vermutlich ausgewechselt werden können? Dann find ichs auch nicht so gut.
    Hmmm, joa, mit dem Mannschaftswettbewerb magst du recht haben .... aber wie gesagt, ist eben immer ein schmaler Grat, wie sehr man sein Leistungsvermögen in so einer Situation noch richtig einschätzen kann. Wäre es das im Zweifelsfall wert gewesen, sich noch schlimmer zu verletzen? Wie gesagt, das will und kann ich nicht beurteilen; aber mit einem ganz eindeutigen Ja möcht ich es eben auch nicht beantworten
    Zu Sabine Spitz hast du recht, die ist ausschließlich für sich selber (oder vielleicht noch für die Ehre ihres Landes ^^) gefahren .... und ja, Bender ist dann kurz danach ausgewechselt worden, aber besonders begeistert war er davon nicht. Vielleicht ein biiiiiiisschen so ähnlich wie Ronaldo im EM-Finale

    Zitat Zitat von Sk8er_Girl Beitrag anzeigen
    Zum Doping:
    wie gesagt, mir fehlt da auch ein fundierter Einblick! Aber ich finde es eben bezeichnend, dass manche Nationen sofort unter Dopingverdacht gestellt werden, während es bei andren tabu ist. Das hat erstmal nix damit zu tun, wie die Situation dann wirklich ist. Aber wenn man nur mal einen einzigen Namen reinwirft - Lance Armstrong - merkt man, dass keine Nation über diesen Zweifel erhaben ist. Aber wie gesagt, zur Beurteilung "das sind Einzelfälle - das ist staatliches Doping" (oder zumindest so, dass alle Bescheid wissen und weggucken) fehlt auch mir die nötige Kenntnis
    Aber deinen Wunsch, dass es keine große Rolle mehr spielen möge, find ich schon...gewagt. Ich fürchte, das wird nichts mehr so schnell....
    Joa, zu Armstrong hab ich zufällig erst wenige Wochen vor Olympia eine Reportage im TV gesehen .... und naja, mir gehts eben nicht zuletzt auch um die Frage: Sind die Regularien bzgl. Doping an sich überhaupt in allen Fällen sinnvoll? Im Lenaforum hat z.B. ein User vorgeschlagen, nur solche Substanzen zu verbieten, die wirklich nachweislich gesundheitsschädlich sind. Das liest sich für mich z.B. ganz vernünftig; aber wie gesagt, auch das ist eben ein Punkt, wo mir der Einblick und die Kenntnisse fehlen
    Und naja, ansonsten, wo würden "Einzelfälle" aufhören? Gibt es das eigentlich überhaupt (und wenn ja, wie häufig), dass ein Sportler sich einfach irgendwelches Zeug einwirft, das er sich über dubiose Kanäle besorgt hat, und nicht mal sein Team oder sein Trainer oder seine behandelnden Ärzte irgendwas davon wissen und mitkriegen? Oder ist es in diesen Fällen eher so, dass die Letztgenannten es alle auch gar nicht so genau wissen wollen; oder vielmehr, dass sie es sehr wohl wissen bzw. sogar die eigentlich treibenden Kräfte dahinter sind, und man ihnen nur nix nachweisen kann und eben (allein) der Sportler der Buhmann ist?

    Zitat Zitat von Sk8er_Girl Beitrag anzeigen
    Zur Frage, wo Olympia stattfindet/ stattfinden soll: tja, auch da fehlt mir ein wenig der Einblick, aber zumindest ist die Situation wohl nicht sooo zugespitzt wie bei der FIFA-EM/ WM-Vergabe. Trotzdem hab ich mich gefragt, wieso Brasilien zwei Jahre nach der WM auch noch die Olympischen Spiele ausrichtet (bzw deren größte Stadt)
    Aber ja, ist eben immer ein schmaler Grat. Aber aus meiner pragmatischen Sicht heraus tut es mir schon ein wenig Leid, wenn große Stadien hochgezogen werden, die dann nciht genutzt werden...wenn man sich hingegen unsre WM-Stadien anschaut, alle werden noch genutzt, jetzt sogar wieder alle (?) erstklassig.
    Juhu! Da wird man sich in Nürnberg, Stuttgart, Hannover und Kaiserslautern aber freuen!
    Aber wie auch immer: Das Leichtathletikstadion in Rio war nun gerade eins der wenigen in der jüngeren olympischen Geschichte, die für Olympia weder komplett neu hochgezogen noch von Grund auf renoviert werden mussten (erbaut für die Panamerikaspiele 2007, in gewisser Weise der "Vorlauf", durch den dann Rio der Welt überhaupt erst bewiesen hat, dass sie auch Olympia können; nachdem sie im vorangegangenen Bewerbungsverfahren, also dem für 2012, sich zwar auch bereits beworben hatten, aber dabei nicht mal in die Endauswahl gekommen waren und nach Punkten sogar noch hinter Leipzig gelandet waren). In der jüngeren olympischen Geschichte sind z.B. in Atlanta, Sydney und auch in London die Olympiastadien bald nach den Spielen umgebaut und dabei auch verkleinert worden. Und auch in D gibts ja außer in Berlin und München m.W. überhaupt kein richtig großes Stadion mit Laufbahn mehr; eine Entwicklung, die ich auch durchaus mit einer gewissen Sorge sehe

    Generell ist es ja oft so, dass vor allen Olympischen Spielen (und auch zur WM/EM) in den Medien vorher lauthals geunkt wird, dass die jeweiligen Bauprojekte (Sportstätten und auch Infrastruktur) nicht rechtzeitig fertig werden, dass die Baukosten explodieren, dass die Wettbewerbe im Verkehrschaos, wenn nicht sogar in Massenpanik oder Terrorismus enden werden, und und und. Vor dem Hintergrund versuche ich auf solcherlei Gerede nicht mehr allzu viel zu geben. Und ja, auch Rio hat ja in der Tat allen Unkenrufen zum Trotz sich selbst und der Welt bewiesen, dass sie auch Olympia können. Aber was für sie dann nach den Spielen bleibt, steht natürlich trotzdem auf einem anderen Blatt; gerade auch was die Nachnutzung der Sportstätten angeht – nicht nur in der Leichtathletik oder im Schwimmen, sondern z.B. auch für eher randständige Sportarten, die aber trotzdem recht aufwändige Sportstätten brauchen, wie etwa Bahnradfahren (und gerade dort waren die Baufortschritte ja noch einige Wochen vor Olympia ein Lieblingsthema der Medien) oder Kanuslalom. Vor diesem Hintergrund versteh ich z.B. auch nicht, warum von allen möglichen Sportarten nun ausgerechnet Golf neu ins olympische Programm gekommen ist – okay, es dürfte wohl so ziemlich jede Weltmetropole ohnehin schon ihren eigenen Golfplatz vor der Haustür haben; aber trotzdem, ein Kampf für Nachhaltigkeit sähe für mich anders aus

    Wenn wir uns in der olympischen Geschichte mal ein wenig umschauen, gibts solche und solche Beispiele: München hat seinerzeit auch alles binnen sechs Jahren komplett neu aus dem Boden gestampft, nicht nur ein komplettes Olympiagelände oder z.B. auch ein zwei Kilometer langes künstliches Becken für die Ruderwettbewerbe, sondern auch seine U-Bahn, und hat davon wohl auch im Nachhinein ziemlich profitiert. Vier Jahre später hat sich Montreal dann mit seinen Projekten komplett verhoben und hatte jahrzehntelang an den Schulden zu knabbern. In den vierzig Jahren seitdem sind die (finanziellen/organisatorischen) Herausforderungen, die die Ausrichtung olympischer Sommerspiele stellt, sicher nicht kleiner geworden. Und wenn wir mal ein wenig durch unsere schwarz-rot-goldene Brille in die Zukunft blicken: Berlin hätte schon so ziemlich alle Sportanlagen, die es brauchen würde. Aber (das schrieb jemand anders im Lenaforum) gerade nach der Geschichte mit dem BER wäre den Berlinern die Lust auf Großprojekte wohl auf Jahre hinweg vergangen .... und einer anderen deutschen Stadt würd ich eine realistische Möglichkeit zur Olympiaausrichtung im 21. Jahrhundert ehrlich gesagt nicht so wirklich zutrauen .....
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